15. Januar 2010
Pressekonferenz zur Auftaktversammlung
der Heimattage Baden-Württemberg 2010
Es sind über 30 Jahre her, dass im Staatsministerium nach dem Vorbild »Hessentag« vom Kabinett Filbinger beschlossen wurde, jährlich in einer Stadt des Landes »Heimattage Baden-Württemberg« zu veranstalten. Ein weitreichender Beschluss, wenn man bedenkt, welche Scheu man damals hatte, das Wort »Heimat« zu benutzen. Um es zu umgehen, schlugen Wissenschafter – zum Glück erfolglos – vor, den Begriff »Nahwelt« zu nutzen.
Im Jahre 1978 war in Konstanz eine Art Probelauf, bei dem schon einige, seither immer wiederkehrende, Programmbestandteile vorhanden waren, wie beispielsweise die feierliche Verleihung der Medaillen für besondere Verdienste um die Heimat und der Trachtenumzug am »Tag der Heimat«, bundesweit der zweite Sonntag im September. Seit einigen Jahren ist dieser Termin zudem durch eine Aktivität des Europarates, durch den »Tag des offenen Denkmals« aufgewertet.
In den 80er Jahren boten hauptsächlich Groß- und Mittelstädte eine Plattform, damit sich heimatpflegerische Vereine und Gruppen aus dem ganzen Land treffen und austauschen konnten, damit Tagungen und Diskussionen über Landverbrauch, Stadterneuerung, Trachtenentwicklung u.a.m., damit Ausstellungen stattfinden konnten.
Das Kultusministerium zog trotz aller Erfolge und Begeisterung an Ort und Stelle, in den Jahren ab 1986 die »Heimattage« von den Großstädten herab und gab als Leitlinie vor, dass eine nicht zu große Stadt und eine Region Gastgeber mit ihrer Eigenart sein sollte. 1986 war der Auftakt dieses erfolgreichen Modells in Buchen im Odenwald.
Zugleich wurde auch eine Organisationsform geschaffen, um gemeinsam mit den gastgebenden Städten das Programm vorzubereiten. In jedem Regierungsbezirk wurden als Zusammenschluss der einschlägigen Verbände und Vereine – von den Wandervereinen über die Geschichtsvereine bis zu den Sängern, Trachtenverbänden und Blasmusikern – Arbeitskreise für die Heimatpflege geschaffen, darüber und daraus den Landesausschuss für Heimatpflege Baden-Württemberg.
Seit dem Jahr 2006 ist die Zuständigkeit für die Vorbereitung der Heimattage vom Kultusministerium auf das Staatsministerium aber weiterhin mit dem Landesausschuss für Heimatpflege übertragen worden. Dies hat den Hindergrund, dass gewisse Hauptveranstaltungen wie »Baden-Württemberg Mundart«, »Baden-Württemberg lacht«, »Baden-Württemberg spielt«, »Baden-Württemberg isst und trinkt« usw. eine größere Ausweitung für das ganze Land hat.
Nachdem 2008 mit Ulm und 2009 mit Reutlingen zwischendurch wieder zwei Großstädte die Heimattage ausgerichtet haben, haben wir dieses Jahr eine neue, wie ich meine charmante aber arbeitsaufwändige Neuheit, neun Gemeinden tragen interkommunal die Heimattage aus.
In den Vorbereitungen dafür haben neben dem Staatsministerium der Arbeitskreis Alemannische Heimat Freiburg (zuständiger Regierungsbezirk) von Anfang an mit geplant und ihre Erfahrungen zum Nutzen der neun Gemeinden eingebracht. Auch der Landesausschuss für Heimatpflege hat sich nicht als Kontrollorgan sondern als praktischer Mitarbeiter verstanden.
Die Heimattage haben so genannte Hauptfesttage am zweiten Septemberwochenende vom 10.-12. September 2010. Am Freitag (10. September) wird voraussichtlich Kultusminister Helmut Rau die Heimatmedaillen verleihen und am Wochenende steht Müllheim im Zeichen des großen Volksfestes mit dem landesweit bekannten Trachtenumzug, zu dem auch der Ministerpräsident erwartet wird.
»Heimat der Sinne« ist das Motto für die Heimattage Baden-Württemberg 2010 im Markgräflerland, das die ganze Spannweite dieser Gemeinden, dieser Region widerspiegelt.
Und was bleibt danach? Für das Markgräflerland sicher die Erinnerung an ein schönes Festjahr, an ein Gemeinschaftserlebnis besonderer Art, darüber hinaus die Einsicht und Gewissheit, in einer schönen Landschaft mit reicher kultureller Überlieferung zu leben und auch in Zukunft bestehen zu können.
An Bewerbungen für die folgenden Heimattage hat es nicht gefehlt und der Landesausschuss für Heimatpflege hat mit dem Stuttgarter Kabinett bereits die nächsten Heimattage – Städte bestimmt:
- 2011 Bühl
- 2012 Donaueschingen, Bräunlingen, Hüfingen
- 2013 Neckar-Erlebnistal (5 Gemeinden – Sulz, Horb, Starzach, Eutingen i.G., Rottenburg)
- 2014 Waiblingen
Erich Birkle
Vorsitzender des Landesausschusses für Heimatpflege und des Arbeitskreises Alemannische Heimat e.V., Freiburg im Breisigau
Max-Josef-Metzger-Straße 2 | 79111 Freiburg